Der AK Burgen – unsere Arbeit rund um die Alte Burg Neuburg

Bild: Abendstimmung an der Alten Burg Neuburg

Seit der Gründung des Arbeitskreis Burgen Anfang 2025 hat sich rund um die Alte Burg in Neuburg an der Donau vieles entwickelt. Unsere Arbeit umfasst die Erforschung der Burg, die Pflege der Anlage, den Austausch mit Fachstellen und die Vermittlung an die Öffentlichkeit. Im Folgenden geben wir einen Überblick über wichtige bisherige Schritte, aktuelle Schwerpunkte und die nächsten absehbaren Vorhaben.

Was uns seit der Gründung Anfang 2025 beschäftigt hat

Es fand sich rasch ein besonders harmonisches Team aus langjährigen Alten Burg Interessierten und erfahrenen Mitgliedern des Historischen Vereins Neuburg a. d. Donau e. V. zusammen. Gemeinsam konnten schon in kurzer Zeit Ergebnisse erreicht werden, die für ein einzelnes Teammitglied allein nicht möglich gewesen wären.

Bereits im Mai 2025 war der renommierte Burgenforscher Dr. Joachim Zeune vor Ort um sich ein Bild von der Ruine der alten Burg zu machen. Die Kosten für den Besuch wurden Dank Dr. Marcus Prell vom historischen Verein übernommen. Dr. Zeune zeigte sich beeindruckt von der Breite und Tiefe des Halsgrabens sowie von den Ausmaßen des Grundrisses des Bergfrieds. Beides deutet nach seiner Einschätzung darauf hin, dass die Erbauer einst erhebliche Mittel in die Errichtung der damals wohl sehr mächtigen Anlage investierten. Auch die Überreste des Bergfrieds könnten auf einen ehemals bedeutenden Turm hindeuten. Fasziniert vom Engagement des AK Burgen stellte Dr. Zeune noch vor Ort den Kontakt zu Frau Dr. Sabine Mayer her, die für die Betreuung des Ehrenamts in der Bodendenkmalpflege zuständig ist.


Im Juni 2025 begannen wir mit dem Aufbau der Webseite www.alte-burg-neuburg.de. Sie dient seither als zentrale Plattform, um die bisher zusammengetragenen Informationen zur Alten Burg zu dokumentieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zu den Inhalten zählen zahlreiche historische Fotografien und Zeichnungen der Burg, Untersuchungen zu den Schriftquellen sowie vertiefte Betrachtungen einzelner baulicher, geschichtlicher und archäologischer Aspekte der Anlage.


Ende August 2025 fand ein gemeinsames Treffen mit Frau Dr. Sabine Mayer statt. Bei einer Begehung der Burg besprachen wir auch die Möglichkeiten, unsere Arbeit mit Unterstützung des Ehrenamts in der Bodendenkmalpflege weiterzuentwickeln. Zudem begleitet uns Frau Dr. Mayer bei der Erarbeitung eines Konzepts, das wir den beteiligten Stellen vorlegen können, und steht uns seitdem bei Fragen hilfreich als Ansprechpartnerin zur Seite.


Ein besonderer Höhepunkt war der Tag des offenen Denkmals am 14. September 2025, den der Arbeitskreis Burgen mit tatkräftiger Unterstützung des Historischen Vereins Neuburg a. d. Donau e. V. auf der Alten Burg veranstaltete. Es war uns eine große Freude, den Besucherinnen und Besuchern ein vielseitiges Rahmenprogramm anzubieten: Bastelstationen für Kinder, eine Burg-Rallye mit QR-Codes und kleinen Videos zu ausgewählten Bereichen der Burg, dazu mittelalterliche Musik der Gruppe Ceretanus. Auch einige Ritter waren zu sehen. In mehreren Führungen konnten wir großen Besuchergruppen spannende Einblicke in die Geschichte der Burg geben. Besonders interessant ist für uns dabei immer auch der Vergleich mit historischen Fotos und Zeichnungen, die wir teilweise während der Führungen zeigen konnten. Trotz zunächst schlechten Wetters konnten wir mehr als 500 Besucherinnen und Besucher auf der Alten Burg begrüßen.


Ende Januar 2026 hatten wir außerdem die Gelegenheit, beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege mit den Referenten der Boden- und Baudenkmalpflege ins Gespräch zu kommen. In diesem sehr positiven und angenehmen Austausch wurde uns eine eingehende Untersuchung eines bestimmten Gebäudeteils durch Mitarbeiter des Landesamts ermöglicht. Dabei konnte die jüngste Bauphase der Burg auf den Anfang des 14. Jahrhunderts datiert werden.

Woran wir derzeit arbeiten

Derzeit konzentriert sich unsere Arbeit besonders auf die Pflege, Sichtbarmachung und weitere Erschließung der Burganlage. Es ist uns gelungen, Kontakt mit der zuständigen unteren Naturschutzbehörde aufzunehmen. Gemeinsam konnte ein Weg entwickelt werden, wie sich der Bewuchs auf der Burg im Sinne der Baudenkmalpflege und des Naturschutzes kontrollieren lässt.

In mehreren Arbeitseinsätzen des AK-Burgen-Teams wurde der Bereich der oberen Kernburg inzwischen so weit freigestellt, dass die Mauern wieder vollständig sichtbar sind. Das ist nicht nur für den Eindruck der Anlage wichtig, sondern auch eine Voraussetzung dafür, die Burg künftig erstmals mit einem Laserscan exakt einmessen zu können.

Zugleich richtet sich unsere Aufmerksamkeit weiterhin auf die Kontaktaufnahme und den Austausch mit den vielen Stellen, die über unsere Arbeit informiert sein müssen. Ebenso bleibt die regelmäßige Grünpflege eine wichtige Daueraufgabe. Bei allen notwendigen Maßnahmen ist es uns wichtig, den besonderen Zauber der Alten Burg zu erhalten.

Welche nächsten Schritte sich abzeichnen

Zu den nächsten wichtigen Vorhaben gehört eine genaue Vermessung der Burg. Außerdem möchten wir mit den örtlich zuständigen Stellen – insbesondere mit Stadt, Stadtrat und Landkreis – ins Gespräch kommen, uns dort vorstellen und unser Konzept näher erläutern.

Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist der Bewuchs in den Mauern. Derzeit wachsen an mehreren Stellen kleinere und größere Pflanzen sowie junge Bäume aus den Fugen des Mauerwerks. Dieser Bewuchs muss denkmalgerecht entfernt werden, damit weitere Schäden vermieden und bereits entstandene Beschädigungen fachgerecht saniert werden können.

Vorbehaltlich der entsprechenden Genehmigungen planen wir zudem, den Zwingerbereich auf der nördlichen unteren Geländestufe weiter auszulichten. Auch dabei soll behutsam vorgegangen werden, damit der besondere Charakter der Anlage bewahrt bleibt.

Mit Zustimmung der Stadt soll außerdem ein Bauforscher beauftragt werden, der eine Schadenskartierung sowie eine Bauphasenanalyse der Burg erstellt. Darin sehen wir einen wichtigen nächsten Schritt, um die Alte Burg noch besser zu verstehen, ihre bauliche Entwicklung wissenschaftlich fundiert zu erfassen und zugleich zu ihrem langfristigen Erhalt beizutragen.

Wenn Sie mehr über unsere Arbeit erfahren oder sich in irgendeiner Weise einbringen möchten, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Wer den AK Burgen finanziell unterstützen möchte, kann dies auch direkt über unseren PayPal-Spendenlink tun.

Stand: Frühjahr 2026