Der Halsgraben
Bild: Halsgraben Alte Burg (Quelle: Historischer Verein Neuburg an der Donau e. V.)
Was ist ein Halsgraben?
Ein Halsgraben ist ein künstlich in den Fels oder Boden getriebener Graben, der eine Burg an ihrer am besten zugänglichen Seite – meist der Hang- oder Bergseite – vom vorgelagerten Gelände trennt. Besonders bei Höhen- oder Spornburgen war der Halsgraben ein zentrales Verteidigungselement: Während die übrigen Seiten durch steile Hänge oder natürliche Abbrüche geschützt waren, stellte der Zugang von der Bergseite aus die größte Schwachstelle dar.
Der Halsgraben sollte Angreifern den direkten Zugang zur Burg erschweren oder ganz verhindern. In der Regel wurde er tief und breit angelegt und konnte zusätzlich mit Palisaden, Mauern oder einer Zugbrücke gesichert sein. Bei der Alten Burg in Neuburg läßt sich die Dimension noch gut im Gelände erkennen.
Bild: Grundriss Alte Burg (Quelle: Historischer Verein Neuburg an der Donau e. V.)
Der Halsgraben der Alten Burg in Zahlen
Die Ausmaße des Halsgrabens an der Alten Burg sind beeindruckend: Aus dem digitalen Geländemodell ergibt sich ein Aushubvolumen von rund 14.100 Kubikmetern. Das entspricht etwa 176.000 Schubkarrenladungen Erde – eine gewaltige Menge Material, die damals ohne moderne Maschinen bewegt werden musste.
Rechnet man mit der Arbeitsleistung von 10 bis 40 Arbeitern, ergibt sich folgender Zeitaufwand:
- Mit 10 Arbeitern: etwa 4 Jahre
- Mit 20 Arbeitern: rund 2 Jahre
- Mit 40 Arbeitern: knapp 1 Jahr
Wer konnte so etwas bauen?
Ein so breiter und tiefer Halsgraben legt nahe, dass für seine Anlage viel Aufwand betrieben wurde. Solche Arbeiten erforderten nicht nur Zeit und viele Helfer, sondern auch die nötigen Mittel, um sie durchführen zu können. Das würde dafür sprechen, dass hinter dem Bau jemand stand, der genügend Einfluss und Möglichkeiten hatte, ein solches Projekt umzusetzen.